Herpes simplex

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Definition und Klinik[Bearbeiten]

Herpesinfektionen imponieren klinisch grundsätzlich als in lokalen Gruppen organisierte (herpetiforme) klare Bläschen auf gerötetem Grund. Die Infektion kann jucken und auch brennen. Im weiteren Verlauf können die Bläschen eindellen, einen trüben Aspekt annehmen oder verkrusten. In der Regel heilt die Effloreszenz narbenlos aus. Infektionen können unter bestimmten Umständen (Immundefizienz, höheres Alter) schwer verlaufen mit ulzierierenden Prozeßen oder der Generalisation des Prozeßes.

Histologie[Bearbeiten]

  • Ballonierende Degeneration der Keratinozyten
  • stahlgraues, homogenes Nukleoplasma, eosinophile Kerneinschlüsse, mehrkernige Keratinozyten
  • multiple Keratinozytennekrosen ("Geisterzellen")
  • retikuläre Degeneration und Akantholyse der Epidermis (Bläschenbildung)
  • ev. Erosion und Ulzeration
  • oberflächlich oder zusätzlich tief perivaskuläres, interstitielles gemischtzelliges Infiltrat

Färbungen[Bearbeiten]

  • Hämatoxylin-Eosin
  • fluoreszenzmarkierte AK gegen Herpesviren

Varianten des Krankheitsbildes[Bearbeiten]

  • Herpesinfektion mit leukozytoklastischer Vaskulitis: Meist schwere Verläufe mit Ulzeration und Einblutung. Fibrinoide Nekrosen der dermalen Gefäßwände, perivaskuläre Leukozytoklasie und Hämorrhagien.
  • Vegetierender Herpes simplex: Durch Immundefizienz hervorgerufener, besonders schwerwiegender Herpes simplex mit Ulzerationen und flächiger Ausbreitung.
  • Herpesfollikulitis: Herpes simplex-Infektion des Haarfollikels unter Aussparung der Epidermis. Herpestypische Veränderungen wie ballonierende Degeneration, Zellnekrosen und entzündliche Infiltrate sind auf den Haarfollikel bzw. dessen Epithel beschränkt.

Differentialdiagnose[Bearbeiten]

  • Melkerknoten: Histologisch durch intraepidermale Bläschenbildung der Epidermis, ballonierten Zellen und retikulärer Degeneration der Epidermis gekennzeichnet. Intrazytoplasmatische eosinophile Einschlusskörperchen in nekrotischen Keratinozyten, ältere Läsionen mit pseudoepitheliomatöser Umwandlung der Epidermis, Ödem der oberen Dermis, lymphozytäre Infiltrate.
  • Ecthyma contagiosum: Histologisch ähnlich wie Melkerknoten. Keine Akantholyse, mehrkernige Riesenzellen oder stahlgraue Kerne. Hiermit gelingt die Abgrenzung zu Herpes-simplex- und Varicella-Zoster-Infektionen.
  • Zytomegalie-Infektion: Der Nachweis intranukleärer eosinophiler Einschlüsse (Eugenaugenzellen) in Endothelzellen, Fibroblasten und Makrophagen führt zur Diagnose.

Präparate[Bearbeiten]

Herpes simplex 3916 96 M ico.jpg Herpes simplex 2932 97 M ico.jpg Herpes simplex 4878 02 M ico.jpg
Herpes simplex, HE Herpes simplex, HE Herpes simplex, HE