Lichen nitidus

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Definition und Klinik[Bearbeiten]

Beim Lichen nitidus treten kleine hautfarbene Papeln auf. Betroffen sind meist Kinder und Jugendliche, Prädilek­tionsstellen sind das Genitale, die Arme und der Rumpf. Die Ätiologie dieser symptomlosen Erkrankung ist ungeklärt. Der Lichen nitidus wird heutzu­tage als eigenständiges Krankheitsbild angese­hen und nicht mehr als Variante des Lichen ruber planus. Dafür sprechen nicht nur der fehlende Nachweis von Immunglobulinen durch die Immu­nofluoreszenz, sondern auch die unterschiedliche Komposition des Entzündungsinfiltrates (beim Lichen nitidus histiozytär, beim Lichen ruber pla­nus lymphozytär).

Histologie[Bearbeiten]

  • Atrophie der Epidermis, Parakeratose
  • Nur diskrete vakuoläre Degeneration an der Junktionszone
  • Lichenoides Entzündungsinfiltrat über 1-2 dermale Papillen (klinisch als kleine Papeln erkennbar)
  • Infiltrat von vogelklauenartigen Epidermiszapfen umschlossen
  • Infiltrat anfangs lymphozytär, später histiozytär mit Epitheloid- und Riesenzellen, kleine Granulome ähnlich dem Granuloma anulare möglich


Differenzialdiagnose[Bearbeiten]

  • Lichen ruber planus: Fokale Hypergranu­lose, Kolloid-Bodies in der Dermis und zugespitzte Reteleisten sprechen eher für den Lichen planus. Parakeratose, ein auf ein bis zwei dermale Papillen beschränktes histiozytäres Ent­zündungsinfiltrat sind Merk­male des Lichen nitidus.
  • Granuloma anulare und Sarkoidose: Die typischen vogelklauenartigen Epidermiszapfen und die charakteristische topographische Lokalisa­tion des Infiltrates sprechen für den Lichen nitidus.

Präparate[Bearbeiten]

Lichen nitidus 1554 00 M ico.jpg Lichen nitidus 4316 97 M ico.jpg Lichen nitidus 5351 05 HE ico.jpg
Lichen nitidus, HE Lichen nitidus, HE Lichen nitidus, HE