Papilläres Schilddrüsenkarzinom

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Definition[Bearbeiten]

Das papilläre Karzinom ist ein maligner epithelialer Tumor mit papillärer, gelegentlich aber auch follikulärer Struktur. Es ist mit 70-80% aller Schilddrüsenkarzinome außerhalb der Struma-Endemiegebiete der häufigste maligne Schilddrüsentumor. Eine vorbestehende Struma ist kein prädestinierendes Merkmal. Die Metastasierung erfolgt lymphogen, vor allem in die regionären Halslymphknoten. Eine hämatogene Metastasierung erfolgt erst spät vorwiegend in die Lunge.

Makroskopie[Bearbeiten]

Im Schnitt kann der weiß bis graue Tumor durch eine Kapsel begrenzt sein.

Mikroskopie[Bearbeiten]

  • meist unregelmäßig geformte, länglich verzogene Follikel
  • vergrößerter Zellkern mit sog. Milchglasaspekt (feinkörniges Chromatin mit an den Kernrand angelagertem Heterochromatin), unregelmäßig geformte Kernmembran („Rosinenkern"), Kernkerben, Kerneinschlüsse.
  • übereinandergeschachtelte Tumorzellen
  • verzweigte Papillen mit einer fibrovaskulären Achse, die in das Follikellumen hineinragen (nicht ausreichend für die Diagnose)
  • Kalzispheriten (sog. Psammomkörper) bis ca. 10 μm Durchmesser (kommen nur bei diesem Typ vor)
  • Möglicherweise solide Zellstränge und Plattenepithelmetaplasien

Papilläres Mikrokarzinom (papillärer Mikrotumor)

  • weniger als 10mm Durchmesser
  • keine Metastasen
  • Patienten sind über 19 Jahre alt

Varianten[Bearbeiten]

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom tritt in follikulärer, diffus-sklerosierender und onkozytärer Variante auf.

Molekularpathologie[Bearbeiten]

Ret/PTC-Translokationen, Mutationen im BRAF- oder TRK-Gen. Alle dieser Veränderungen führen zu einer Aktivierung der MAPK-Signalkaskade.

Prognose[Bearbeiten]

Bei korrekter Diagnostik und gezielter Therapie weist das papilläre Karzinom allgemein eine gute Prognose auf. Vor allem bei Patienten unter 45 Jahren entspricht die Lebenserwartung nahezu derjenigen einer Kontrollpopulation, sogar bei pT4N1M1-Tumoren. Bei älteren Patienten verläuft die Krankheit aggressiver. Tumoren mit soliden Anteilen, Plattenepithelmetaplasien oder mit Durchbruch durch die Organkapsel der Schilddrüse zeigen dabei eine deutlich schlechtere Prognose (60% 10-Jahres-Überlebensrate).

Literatur[Bearbeiten]

  • Böcker, Pathologie, 4.Auflage

Virtuelle Präparate[Bearbeiten]

Sd pca ico.jpg Sd pca ttf1 ico.jpg Sd pca tg ico.jpg
Papilläres Schilddrüsenkarzinom (HE) Papilläres Schilddrüsenkarzinom (TTF1) Papilläres Schilddrüsenkarzinom (TG)
Sd pca lk ico.jpg
Papilläres Schilddrüsenkarzinom: Lymphknotenmetatase

follikuläre Variante[Bearbeiten]

Papillaeres Schilddruesenkarzinom foll Variante 29037 10 HE ico.jpg
Papilläres Schilddrüsenkarzinom: follikuläre Variante (HE)

großzellige Variante[Bearbeiten]

Papillaeres Schilddruesenkarzinom grosszell 27871 11 HE ico.jpg
Papilläres Schilddrüsenkarzinom: teilweise großzellige Variante, HE

Weblinks[Bearbeiten]